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Kreuzfahrt-Sucht: Es begann mit einem Lied

Wie oft wir an der Elbe standen und sehnsüchtig den Kreuzfahrtschiffen hinterher schauten? Uns auf eine Aida, Costa oder ein Mein Schiff träumten? Ziemlich oft. Und momentan dank Corona ja sowieso. Aber im August 2014 hatte das Warten erst einmal ein Ende: Vor uns lagen fünf Tage auf der AidaLuna! Ein kurzer Metropolen-Trip von Hamburg nach Großbritannien, über die Niederlande und dann zurück nach Hamburg. Perfekt zum Reinschnuppern! Als wir glückselig auf unserem Liegeplatz in der Hafencity auf dem Außendeck standen, beschlich uns eine Vorahnung… die eines grandiosen Urlaubs. Knapp sechs Jahre war mein Sohn zu diesem Zeitpunkt alt – ideal, um mit dem Abenteuer Kreuzfahrt zu beginnen.

 

Die Kabine

Gebucht hatten wir zu dritt eine Balkonkabine auf Deck 7, die mit Schlafcouch ausreichend Platz bot.

 

Wie immer nur fünf Minuten nach Ankunft: Chaos

Gold wert war der Balkon: Beste Sicht beim An- und Ablegen, und vom Bett aus konnten wir aufs Meer oder den Hafen zu schauen – Meeresrauschen inklusive.

Vorher mussten wir aber noch die für alle vorgeschriebene Rettungsübung hinter uns bringen. Also Rettungswesten an und ab aufs Deck!. Und während wir danach noch mit einem ausgiebigen Erkundungsgang beschäftigt waren, lagen die ersten schon im Whirlpool.

Gegen 18 Uhr legten wir zu den Klängen des Aida-Auslaufsongs “Orinoco Flow” ab und glitten langsam an den Landungsbrücken vorbei. Wenn ich den Song höre, dauert es bis heute höchstens drei Sekunden –  und ich stehe gedanklich wieder an Deck. 

Winke, winke – die Landungsbrücken mal vom Wasser aus

Essen, essen, essen

Die vielen Restaurants, die gefühlt fast ohne Pause aufeinander folgenden Mahlzeiten, machen für viele einen großen Reiz der Kreuzfahrten aus. Es ist schon sehr nett, zwischen mehreren Buffet- und Spezialitäten-Restaurants zu wählen. Gar nicht zu wissen, wo man anfangen soll.

Meistens waren wir im Marktrestaurant. Dort sollte wirklich jeder fündig werden. Selbst die auf der Reise zahlreich vertretenen Kinder – Nudeln und zum Nachtisch Eis gehen bekanntlich immer. Zu den Mahlzeiten waren die Getränke – auch Bier und Wein – inklusive, dazwischen und abends an der Bar muss bezahlt werden.

Für meinen Sohn habe ich ein Getränke-Paket gebucht. Mit einem Armband, das er während der ganzen Reise trug, konnte er sich mit seiner Zimmerkarte an den Bars die kompletten fünf Tage so viel zu trinken holen, wie er wollte. Nicht nur Softdrinks, auch Milchshakes und Kinder-Cocktails. Gelohnt hat sich das auf jeden Fall.

Stammgast an der Bar

Ausflüge: London und Amsterdam!

Am nächsten Morgen haben wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück noch etwas verschlafen auf den Weg zu unserem Ausflugsbus Richtung London gemacht. Als noch Aida-Unerfahrene wollten wir halt alles mitnehmen, was so angeboten wird. Das hat sich bei nachfolgenden Reisen etwas geändert. Warum? Knapp vier Stunden pro Weg (wir lagen ja in Dover) sind einfach viel zu lang und nervig. Zumal London noch voller als sonst war und sich beispielsweise vor dem Tower, den ich Jahre zuvor schon einmal ausgiebig besichtigt habe, lange Schlange gebildet hatten. Und wir hatten ja nur ein paar Stunden Aufenthalt. Trotzdem ist London natürlich immer eine Reise wert. Die Themse, den Buckingham Palast und Westminster Abbey zu sehen, fand mein Sohn toll. Und shoppen und Fish and Chips essen waren wir natürlich auch.

Die Kreidefelsen von Dover in Sicht

 

Am dritten Tag haben wir schon früh im niederländischen Imuijden festgemacht. Wieder wollten wir als unerfahrene Kreuzfahrer in kurzer Zeit so viel wie möglich sehen. Also sind wir nach dem Frühstück zum Aida-Bus getapert und haben uns aufgemacht Richtung Amsterdam. Diesmal waren es zum Glück nur rund zwei Stunden Fahrt bis in die niederländische Hauptstadt. Bei tollem Wetter haben wir uns durch die Stadt treiben lassen, uns die Grachten, das Trend-Viertel Jordaan und den Königspalast angesehen. Nach einem Cafébesuch und etwas Shopping war es dann auch schon wieder Zeit für die Rückfahrt. Das war dann schon wie Nachhause kommen: Sachen aufs Zimmer, kurz Umziehen und dann die Qual der Wahl, in welches Restaurant wir gehen.

Seetag

Der letzte Tag der Reise war ein Seetag: Zeit, das Schiff ausgiebig zu erkunden! Mein Sohn hat kurz in den Kinderclub reingeschaut, wir saßen an dem Tag viel unter freiem Himmel an Deck, haben eine Rettungsübung der Crew beobachtet, waren auf einem Kinderfest, wo mein Sohn die komplette Clubbi-Gang getroffen hat und haben es uns ansonsten gut gehen lassen. Abends fand dann – wieder unter dem Sternenhimmel – die Farewell-Party auf dem Außendeck statt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann hieß es leider schon langsam wieder Koffer packen. Die werden abends vor die Kabine gestellt und dann beim Auschecken ins Terminal gestellt. Die Einfahrt in Hamburg war am nächsten Morgen dann noch mal ein absolutes Highlight.

Fazit:

Die Reise war ein Traum – zumal das Schiff – im Gegensatz zu den neueren Aida-Schiffen – recht überschaubar ist. Mit einem Sechsjährigen war es auch überhaupt kein Problem. Die Reling war überall so hoch, dass er dort nicht einfach drüber stürzen konnte. Und ein so junges Kind hat man ja auch anderswo im Urlaub immer gut im Blick. Die Crew war sehr kinderlieb und hat ständig Scherze mit ihm gemacht, so dass er sich total wohl gefühlt hat. Morgens aufzuwachen und vom Bett aufs Meer zu blicken, war unbezahlbar. Und dann in verschiedenen Häfen anzulegen und die Stadt zu erkunden – hach. Und auch das Essen war so umfangreich, dass man sich in der Zeit gar nicht durch alles durchprobieren konnte. Alles in allem war es also eine gelungene Reise – und so schön, dass wir danach noch zweimal eine Fahrt mit der Aida gemacht haben.

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