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Irre Bieter, seltsame Käufer: Tipps fürs Überleben bei E*** Kleinanzeigen

Ich miste regelmäßig aus. Die aussortierten Sachen werden verschenkt, gespendet oder verkauft –  manchmal auch bei E*** Kleinanzeigen.

Wer dort Sachen anbietet, wird wahrscheinlich auch schon die ein oder andere seltsame Geschichte erlebt haben. Und einigen typischen Kleinanzeigen-Käufern immer wieder begegnen. Im Laufe der Zeit haben sich folgende Typen rauskristallisiert:

Der Feilscher

Egal wie billig: es gibt immer den einen, der doch noch versucht zu handeln. Super erhaltene Turnschuhe für 15 Euro – gehen auch 12 Euro? Klamotten-Paket für zehn Euro – sind 6 Euro inklusive Versand okay? Mensch, ist doch ein Festpreis und keine Verhandlungsbasis. Und wenn ein Versandweg angegeben ist, wird das oft nicht akzeptiert. Kann das nicht in eine Briefsendung gequetscht werden? Warum DHL, geht nicht auch Hermes? Nein.

Der Dreiste

Ausgemacht waren 15 Euro. Die drückt mir der Typ an der Tür als Kleingeld in die Hand. “Zähl ruhig in Ruhe nach”. Ja. Nein. “Brauchste auch nicht, ist genau abgezählt”.  Spoiler: War es nicht. Man muss das Kleingeld natürlich nicht annehmen. Aber wer ist nicht froh, wenn der Scheiß schnell weg ist, oder? Ein anderer Typ hat ein Bettgestell abgeholt für 20 Euro. Er hatte – nach dem Raustragen ins Auto – dann aber nur 17 Euro dabei. Ob ich einen Hundert-Euro-Schein wechseln könnte..? Seufz… 

Der Ignorante (oder der, der zu dumm zum Lesen ist)

Wenn etwas sehr sperrig ist, schreibe ich immer dazu, dass bitte zwei Leute zum Tragen kommen sollen (siehe Tipps). Wenn ich etwas abhole, würde ich auch niemals erwarten, dass der Verkäufer mit anpackt! Eine Frau wollte unsere Gartenbank abkaufen (in diesem Beitrag zu sehen). Dann fiel ihr auf, dass diese eventuell gar nicht ins Auto passt…trotz Maßangabe in der Beschreibung. Während ich mich innerlich schon wieder einfach nur noch wunderte, war eigentlich klar, was gleich auch noch kommt. “Kannst du mir bitte beim Runtertragen helfen?”, fragte sie meinen Sohn. Der hat aus Höflichkeit ja gesagt. Schwer war die Bank nicht, aber trotzdem. Wahrscheinlich sind wir einfach zu doof nett. 

Der unzuverlässige Träumer

Der Käufer wollte um 19 Uhr vorbei kommen. Zehn Minuten vorher schrieb er, dass er gleich an der S-Bahn in der Nähe ist, aber, Achtung: “Es regnet”. Aha. Soll ich jetzt mit einem Schirm vorbeikommen oder wie? Dann kam “es regnet stark”. Hm. Die S-Bahn-Station ist zu Fuß fünf Minuten von uns entfernt. Der Typ hat echt an der S-Bahn gewartet, bis der der leichte Regen aufgehört hat – und kam dann 45 Minuten zu spät. Entschuldigung natürlich Fehlanzeige.

Folgende Tipps helfen mir, nicht die Nerven zu verlieren: 

  • Um die Käufer an eigentlich normale Umgangsformen zu erinnern, schreibe ich bei der Terminabsprache meist noch dazu, dass sie sich bitte melden sollen, falls sie es doch nicht pünktlich oder überhaupt schaffen. Seitdem ist die Zahl der Käufer, die überhaupt nicht auftauchen, rapide gesunken. 
  • Höflich bleiben im Schriftverkehr. Hallo, bitte, danke, viele Grüße. Vorbild und so…
  • In der Anzeige klar kommunizieren, was man will. Und das mehrere Male – am besten in fetter Schrift. “Bitte zu zweit zum Tragen kommen, wir können leider nicht mit anpacken”. “Bitte Betrag passend mitbringen”. “Wird schwer, hier einen Parkplatz zu finden”. Also für Doofe. Denn was man selber bedenken würde, kann man von anderen heutzutage anscheinend nicht automatisch erwarten. Klappt nicht immer, aber meistens schon.
  • Auf keine unnötigen Diskussion einlassen. “Bitte, bitte, können Sie nicht doch versenden?”. “Kann ich auch nur ein Teil aus dem Klamottenpaket haben?”  Nee, kannste nicht – zack gelöscht. 

Wir haben natürlich auch gute Erfahrungen gemacht. Die Mutter, die sich nach dem Kauf eines Klamottenpaktes einfach so noch mal bedankte. Das Mädel mit der Couch, die sich total über das neue Sofa gefreut hat. Aber irgendwie häufen sich die seltsamen Typen. Der Typ mit dem Kleingeld hatte übrigens doch nicht so genau gezählt – es waren 14 und nicht 15 Euro. 

 

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