Elbphilharmonie
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Elbphilharmonie: Endlich im großen Saal!

So viele Jahre haben wir die Entstehung der Elbphilharmonie verfolgt: In der Zeitung, im Fernsehen und Online. Sind mit der Hafenfähre an ihr vorbeigefahren, und haben sie aus der Ferne vom Wasserspielplatz in der Hafencity beobachtet. Nun wollten wir endlich wissen, wie sie von innen aussieht. Zweimal waren wir schon auf der Aussichtsplattform und der Plaza, beides ist kostenlos zu besichtigen, wenn man sich vorher ein Ticket im Besucherzentrum am Kaiserkai gegenüber der Elbphilharmonie zieht. Das Herzstück, der große Saal, blieb uns aber bislang verwehrt.

Da Konzertkarten immer noch schwer zu ergattern sind, ist mir als Alternative eine Hausführung über den Weg gelaufen, die auch eine Besichtigung des großen Saales vorsieht! Zun Glück konnte ich noch zwei Karten ergattern (Kosten pro Karte: 15 Euro), die Führungen sind immer recht schnell ausverkauft. Treffpunkt war das Besucherzentrum. Ziemlich wuselig war es dort, am Wochenende wollten sich natürlich viele Leute eines der neuen Wahrzeichen der Hansestadt anschauen.

Blick vom Besucherzentrum auf die Elbphilharmonie

Eine freundliche Dame übernahm die Führung, an der rund 30 Leute teilnahmen, darunter auch einige Kinder (die Führungen sind ab acht Jahren empfohlen). Erster Treffpunkt war die Aussichtsplattform – also erst einmal rauf auf die große Rolltreppe!

Am großen Panoramafenster vor der Aussichtsplattform begann die Führung mit vielen Informationen zum Bau, den Kosten und der Architektur sowie zum historischen Kaispeicher, auf dem die Elbphilharmonie erbaut wurde. Weiter ging es mit dem Fahrstuhl auf die höheren Ebenen, wo sich auch die Konzertsäle befinden. Dort war es- weil zu der Zeit kein Konzertbetrieb stattfand – sehr ruhig, so dass uns ohne Trubel weitere architektonische Fakten, Anekdoten und viele Details aufgezeigt wurden. Sehr interessant und das meiste auch für etwas größere Kinder sehr verständlich! Wir standen direkt an der wellenförmigen Glasfassade mit den gebogenen Scheiben, das war ziemlich cool. Zu Fuß ging es über die Treppen auf die höher gelegenen Stockwerke.

Endlich..!

Und dann ging es endlich in den großen Saal. Dort durften während der Führung leider keine Fotos gemacht werden, aber das war vielleicht auch ganz gut so, denn so konnte man den Raum auf sich wirken lassen. Zum ersten Mal die Bühne zu sehen, um die sich die nach oben ansteigenden Ränge gruppieren, war sehr beeindruckend. Auf der Bühne waren ein paar Techniker beschäftigt, und man hat wirklich jeden Ton gehört, den sie von sich gaben, jeden Huster, jedes Schniefen. Was für eine Akustik. Wie uns erklärt wurde, liegt das an den rund 10.000 Gipsfaserplatten, die dort in der Wandverkleidung verbaut wurden und jeden Ton bis in den letzten Winkel reflektieren. Mit Husten sollte man also nicht ins Konzert gehen…

Der Ohnmacht nahe

Erklärt wurde dann noch die große Orgel, die in die Sitzreihen über drei Etagen des Saals hinein gebaut wurde. Als die Dame von der Führung meinte, wir dürften die Orgel ruhig anfassen, und mein Sohn dann sofort beherzt zugriff, war ich kurz davor, in Ohnmacht zu fallen. Er war aber nicht der einzige, und das sollte auch so: das “Erfühlen” sei ausdrücklich erlaubt, und damit die Oberfläche der Pfeifen nicht durch irgendwelche Schoki-Hände beansprucht wird, ist die Orgel mit einer speziellen Schutzschicht versehen. Puhhh…Nachdem uns dann noch einige Abläufe zum Konzertbetrieb erklärt wurden, war die Führung nach einer Stunde beendet.

Wir haben uns dann kurz im Shop umgesehen und waren noch einmal auf der Aussichtsplattform. Von hier aus lässt sich das Gebäude einmal umrunden und man hat einen grandiosen Ausblick über Hamburg und den Hafen!

Fazit: Die Elbphilharmonie muss man einfach gesehen haben, vor allem ihr Herzstück, den großen Saal. Wem ein Konzertbesuch zu teuer ist oder wer noch keine Karten ergattern konnte, für den ist die Hausführung eine tolle Alternative! Auch für Kinder ab acht Jahren ist sie interessant und mit rund 60 Minuten auch nicht zu lang. Man sollte aber schnell sein, die Führungen sind oft Monate im Voraus ausgebucht.

www.elbphilharmonie.de/de/fuehrungen

 

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