Hamburg
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Premiere: Der erste Musical-Besuch meines Sohnes

Ob „Mamma Mia“, „König der Löwen“ oder „We will rock you“: Ich liebe Musicals. Meinem Sohn wollte ich unbedingt auch diese tolle, bunte Welt näher bringen – aber so, dass er auch etwas davon hat (und ich natürlich auch). Der richtige Zeitpunkt war in diesem Sommer gekommen: Mein Sohn wird im September neun und erfüllt damit meiner Meinung nach einige wichtige Kriterien:

  • Er versteht die Geschichte, die ja schnell, bunt und zum großen Teil sehr laut erzählt wird
  • Er kann zwei Stunden am Stück stillsitzen
  • Er hat wirklich Lust auf den Besuch und freut sich darauf

Die Punkte lesen sich auf den ersten Blick banal, ich habe es aber schon oft erlebt, dass quengelnde Kleinkinder den Umsitzenden den Abend (oder Nachmittag) verderben, für den man ja viel Geld ausgegeben hat. Aber zu den quengelnden Kindern später mehr…

Aladdin!

In diesen Sommerferien war es also soweit. Wir haben uns das Musical „Aladdin“ ausgesucht. Erstens kennt mein Sohn die Geschichte (die wir am Abend vorher aber noch einmal gelesen haben), und bei einem Disney-Stück kann man bei Kindern ja meist sehr wenig falsch machen. Zudem gab es in diesem Sommer ein richtig gutes Angebot, mit dem ich 40 Prozent auf den Karten-Preis gespart habe. Aufgeführt wird „Aladdin“ in der Neuen Flora direkt an der S-Bahn Holstenstraße.

Er war ziemlich hibbelig, denn auch wenn ich ihm vorher schon den groben Ablauf erzählt habe, wusste er natürlich nicht so recht, was ihn erwartet.

Schon der Zugang über die große Treppe war aufregend für ihn, dort wuselten die Besucher kreuz und quer. Im Theater angekommen fand er es schon ziemlich beeindruckend mit dem roten Teppich und den offenen Ebenen. Wir hatten Karten der Preiskategorie 2 gebucht und recht gute Sitze im Parkett etwas linksseitig der Bühne. Relativ zügig haben wir uns dann auch auf unsere Plätze begeben, weil mein Sohn den großen Saal sehen wollte. Vor allem die umfangreiche Technik an der Decke fand er ziemlich cool. Und auch den Orchestergraben, denn dort konnte man zwischendurch den Dirigenten bei seinen Vorbereitungen sehen. Als das Licht ausging, hat er wirklich die rund zwei Stunden, die es bis zur Pause dauerte, mit glänzenden Augen auf seinem Platz gesessen und sich in die Welt des Orients entführen lassen!

Die Geschichte rund um Aladdin und Dschinni wird bunt und mit tollen Kostümen erzählt – sehr Disney-mäßig. Die Atmosphäre war toll, die Stimmung sehr gut. Bei manchen Witzen hat mein Sohn nachgefragt, weil er sie nicht verstanden hat (Anspielungen auf Angela Merkel, Facebook etc, fand ich jetzt auch nicht ganz so passend), aber ansonsten ist das Musical für einen Achtjährigen durchaus geeignet. Er musste auch ziemlich oft über die manchmal recht platten Witze lachen – wie die anderen Kinder, von denen recht viele anwesend waren. Eine Szene, die in einer Höhle spielt, war aber zu aufregend für einen Jungen: Der Vater musste das etwa vierjährige Kind während der Vorstellung raustragen, weil es sich anscheinend so gegruselt hat – verständlich. In dem Alter ist das definitiv noch viel zu aufregend und auch zu laut. Immerhin spielt die Band live im Orchestergraben, und auch die Stimmen der Darsteller sind so laut, dass sie überall im Theater verstanden werden müssen. Abgesehen davon – für die Leute, die um das Kind herum sitzen und sehr viel Geld für die Karten bezahlt haben, muss es etwas nervig gewesen mit einem quengelnden und unruhigem Kind. Unter drei Jahren ist der Zutritt dann auch untersagt.

In der Pause haben wir etwas getrunken und uns ein bisschen umgesehen im Foyer. Witzig, wie unterschiedlich die Leute gekleidet waren. Vom Abendkleid bis zur Jogginghose (!) bei einem Jugendlichen war eigentlich alles dabei. Mein Sohn hatte eine dunkle Jeans an und wollte unbedingt ein cooles Oberhemd anziehen – ist ja immerhin etwas besonderes so ein Abend! Nach einem kurzen Besuch beim Merchandising-Stand (gekauft haben wir aber nichts, die Preise sind heftig) mussten wir im Foyer dann an dem besagten Kleinkind vorbei, dass sich quengelnd auf dem Boden wälzte. Ähhhh ja.

Im Foyer mit Papp-Dschinni

Nach zwanzig Minuten war die Pause dann auch vorbei und es ging noch mal knapp zwei Stunden weiter. Hightlights waren der fliegende Teppich und die Showeffekte wie silberne Glitzerfäden, die von der Decke regneten (ein paar davon konnte er ergattern und nahm sie mit als Andenken nach Hause). Oder auch die Nebelmaschine, die zwischendurch mal angeworfen wurde. Als der Mittelblock am Ende zu Standing Ovations aufstand, war mein Sohn der erste aus unserer Reihe, der aufstand. Als ich nicht sofort nachzog, habe ich ein paar böse Blicke von ihm geerntet. So was…aber das zeigt doch, dass es ihm richtig gut gefallen hat.

Andenken an den ersten Musical-Besuch!

Fazit: Ich würde ein Kind frühestens mit acht oder neun Jahren in ein „richtiges“ Musical mitnehmen. Bei Kinder-Musicals sieht das natürlich anders aus. „Aladdin“ in Hamburg ist für einen ersten Besuch sehr geeignet. Mein Sohn wurde komplett hineingezogen in die Welt aus 1001 Nacht und spricht noch oft von dem Besuch. Als nächstes werden wir wohl „König der Löwen“ besuchen. Ich werde berichten!

2 Kommentare

  1. Nora sagt

    Der Bericht hat mir aufgezeigt, dass ich mit meiner Tochter auch dieses Musical besuchen werde.

  2. Melanie sagt

    Hallo Nora,

    toll, wenn ich Dir ein bisschen meine Erfahrungswerte aufzeigen konnte. Viel Spaß im Musical mit deiner Tochter!

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